Sneakers & Art, Teil II – ROM The World

Weiter geht es in unserer dreiteiligen Serie „Sneakers & Art“.

Nachdem wir dir in der letzten Woche bereits Filfury und seine ganz speziellen Sneaker-Kunstwerke vorgestellt haben, folgt nun unser Interview mit ROM The World, der die Themen Sneakers und Kunst noch etwas spezieller miteinander kombiniert.

Wer bist Du und was machst Du?
Okay. Mein Name ist ROM, ich bin ein Sneaker-Artist, mache jede Menge digitale Illustrationen, aber auch Gemälde. Ich versuche, Sneaker mit verschiedenen Dingen zu verknüpfen, zum Beispiel mit Samurais, Mythologien und allem, was mich irgendwie interessiert, Hip-Hop, Kultur, alles Mögliche eben.

Wieso „ROM The World“?
Als mein Cousin und ich jünger waren, hatten wir ein kleines „Unternehmen“ mit T-Shirts, „Roming Minds“. Als ich mit meinem eigenen Zeug angefangen habe, hatten sich viele an den Namen erinnert, also hab ich das einfach auf ROM gekürzt. Was ich auch zeigen wollte, ist, dass in meine Kunst Einflüsse aus vielen Kulturen der ganzen Welt mit einfließen. Also ROM The World.

Du bist ein Vollblutkünstler. Wurde Dir das in die Wiege gelegt?
Mein Großvater war Künstler, vielleicht ist es also tatsächlich genetisch bedingt (lacht). Nein, ich weiß es nicht. Fest steht, dass ich Kunst schon immer geliebt habe.

In Deinem Leben warst Du viel auf Achse und hattest lange keine richtige Heimat. Hat auch das Dich zu dem gemacht, was Du jetzt bist?
Definitiv. Mein Vater war beim Militär und wir waren nie lange an einem Ort. Jetzt lebe ich in Baltimore und kann das meine Heimat nennen. Auf den vielen langen Fahrten hatte ich nicht viel zu tun, also habe ich gezeichnet und mich immer weiterentwickelt. Dazu kamen natürlich die verschiedenen Einflüsse der unterschiedlichen Gegenden, Kulturen und Menschen. Das hat meinen Horizont enorm erweitert und ja, mich letztlich zu dem gemacht, der ich heute bin.

Das Erste, was Du künstlerisch mit Sneakers gemacht hast, war tatsächlich das Malen auf einen Schuh. Wie kam es dazu?
Ich war einfach nicht glücklich damit, was ich in den Stores gesehen habe. Also habe ich mir einen komplett weißen Air Force 1 geschnappt und losgelegt. Das war damals auf der Highschool. Viele Kids haben meine Schuhe gesehen und fanden das richtig cool, also bin ich an der Sache drangeblieben.

ROM The World SNIPES SneakersWie ist daraus ein Unternehmen geworden?
Es kamen immer mehr Anfragen, das hat die Runde gemacht, also habe ich beschlossen, meine Arbeit online zu stellen und ein paar Sneakerblogs anzuschreiben. Die fanden das, was ich gemacht habe, glücklicherweise auch sehr cool und haben es gepostet. Daraufhin kamen noch mehr Anfragen, also war der nächste logische Schritt, ein Unternehmen zu gründen. Aus dieser Arbeit hat sich dann nach und nach das entwickelt, was ich heute mache.

Graphic Art.
Genau. Ich habe mich mehr und mehr wohl damit gefühlt, digitale Pinsel zu verwenden. Dann habe ich mir ein Wacom Tablet angeschafft, was mir die Möglichkeit bot, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Wie läuft das bei Dir? Wie wird aus der Idee ein fertiges Produkt?
Ein großer Teil meiner Arbeit ist Freestyle. Ich höre jede Menge Musik. Also verbringe ich sehr viel Zeit damit, vor dem Computer zu sitzen, Musik zu hören und einfach drauflos zu zeichnen, bis dabei etwas herauskommt, was sich wirklich abhebt. Ist dieser Moment gekommen, dass ich das, was ich sehe, wirklich mag, versuche ich das weiterzuentwickeln. Es gibt also leider einen riesigen Haufen Zeug auf meinem Computer, das niemand jemals zu Gesicht bekommen wird, weil es mich einfach nicht überzeugt hat (lacht).

Ich finde es interessant, dass Du einen großen Teil Deiner Inspiration aus der Musik ziehst. Was hast Du momentan so auf Deiner Playlist?
Ich bin ein riesiger Fan von Drake. „What A Time To Be Alive“ höre ich momentan echt rauf und runter. Alles, was Kanye macht, liebe ich, deshalb bin ich schon super gespannt auf „Swish“, Pusha T’s neues Zeug mag ich auch sehr gerne … Jede Menge Hip-Hop, es ist einfach meine große Liebe (lacht).

Du kamst auch schon recht früh mit der Hip-Hop-Kultur in Verbindung, richtig? Welche Rolle hat dabei Graffiti für Dich gespielt?
Ja, das stimmt, ich bin mit Hip-Hop groß geworden. Ich komme ja ursprünglich aus Puerto Rico. Mein Cousin und ich haben oft unsere Familie da unten besucht und dabei alle Straßen vollgetagt. Zu der Zeit gab es dort ein großes Graffiti-Movement. Das hat uns schon sehr geprägt und wir wurden ein Teil davon.

Hast Du bestimmte Vorbilder? Aus der Graffiti- oder Graphic-Art-Szene?
Es gibt viele Künstler, die ich bewundere. Einer der Größten ist für mich Jose Mertz. Ich habe ihn damals auf Instagram entdeckt. Viele Arbeiten von ihm haben diesen japanischen Touch, sind ziemlich trippy, psychedelisch, das gefällt mir sehr gut.

HUSH mag ich auch sehr, er ist echt unglaublich. Bezogen auf Sneakers bewundere ich den Customizer Mache sehr. Aber es gibt wirklich viele Künstler, die ich sehr schätze und die mich auch immer wieder inspirieren.

ROM The World SNIPES Sneakers

Was fasziniert Dich so sehr an Sneakern?
Schon als Kind habe ich Sneakers geliebt. Mein Vater hat sich darüber immer aufgeregt, er war der Ansicht, dass jemand mit zwei Füßen nicht mehr als zwei Schuhe besitzen muss (lacht). Aber ja, schon als Kind hatte ich eine kleine Sammlung.

Es ist toll, meine Liebe zur Kunst und meine Liebe zu Schuhen miteinander verbinden zu können.

Wie viele Sneakers besitzt Du zurzeit?
Es sind gar nicht mehr so viele, wie Du vielleicht glaubst! Tatsächlich habe ich einen Großteil meiner Sammlung verkauft, um mein Business starten zu können. Zurzeit sind es aber immer noch über 50 Paar, also das wird wieder!

Was war für Dich der beste Release 2015?
Wow. Das ist echt eine gute Frage. Nicht leicht zu beantworten. Ich mag wirklich alles, was Ronnie Fieg macht. Punkt. Filling Pieces finde ich großartig, auch wenn die hier drüben nicht besonders groß sind. Viele Leute spielen verrückt wegen des schwarzen Yeezys, Kanye hatte und hat nach wie vor viel Einfluss auf mich, ich liebe alles, was er macht. Also … Es fällt mir echt schwer, mich da jetzt auf einen Schuh festzulegen.

Du bist schon mehrere Collabos eingegangen, zum Beispiel mit Jordan und Beats. Worauf können wir uns 2016 freuen?
Ich möchte 2016 die bestehenden Collaborationen ausbauen. Die Zusammenarbeit mit Jordan ist wirklich großartig für mich, das möchte ich unbedingt festigen und weiterverfolgen. Außerdem arbeite ich mit Boomerang, einem weniger bekannten Label, zusammen, von denen werden 2016 richtig abgefahrene Sachen kommen …

Kurz, ich will weiterhin dope Kunst für meine bestehenden Kunden machen und mich weiterentwickeln.

Mit wem würdest Du in Zukunft noch gerne zusammenarbeiten?
NIKE Basketball.

Du benutzt Deine Kunst auch für Charity-Projekte. Kannst Du darüber noch etwas erzählen?
Auf dem College habe ich eine Kampagne gestartet, bei der ich Erlöse aus dem Verkauf meiner customized Sneakers an Projekte für Krebspatienten spendete. Das habe ich später eben auch mit den Art-Works gemacht. Ich will das auch unbedingt weitermachen.

Darüber hinaus gehe ich an öffentliche Schulen, versuche Kinder und Jugendliche für Kunst zu begeistern, sie zu motivieren und ihnen ein Verständnis dafür zu geben, was man mit wenigen Mitteln machen kann.

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