Mykell Wilson & Johnny Erasme : Making Moves

„Egal, was ich mache, ich liebe den Hustle. Ich liebe es, mich an die Spitze zu kämpfen! Dafür lebe ich!“

Die Tänzer Mykell Wilson und Johnny Erasme performten im vergangenen Jahr bei über 150 Konzerten gemeinsam mit Justin Bieber. Wir haben sie im Rahmen unseres SNIPES featuring-Drehs im Millennium Dance Complex in Köln getroffen, wo sie uns Frage und Antwort zu ihren Projekten neben dem Tanzen, der Purpose-World Tour und dem Leben als Profitänzer standen.

Die meisten kennen euch als Tänzer für Justin Bieber, doch ihr habt definitiv noch mehr zu bieten. Was macht ihr sonst noch so neben dem Tanzen? Stellt euch bitte kurz vor.

Johny: Mein Name ist Johnny Erasme, auch bekannt als JBlaze. Ich bin Tänzer, Rapper, Schauspieler und Produzent – alles, was vor einem Publikum stattfindet, ist genau mein Ding. Ich liebe es, zu performen und auf der Bühne zu stehen.

Mykell: Ich bin Mykell Wilson – ich definiere mich nicht als Künstler, Entertainer oder darüber, was ich tue, sondern darüber, wer ich bin. Und ich bin ein ganz normaler, guter und vernünftiger Mensch. Ich wurde jedoch mit vielen Talenten gesegnet und singe, tanze und schreibe.

SNIPES featuring sind kurze Dokumentationen über Personen, die uns besonders inspirieren, Personen, die eine Message haben, die zu verbreiten sich lohnt. Was ist eure Message?

Johnny: Ich sehe nichts als selbstverständlich an und bin dankbar für jede Erfahrung. Egal, ob gut oder schlecht: Man sollte für alles, was einem im Leben widerfährt, dankbar sein, trotz Erfolg bescheiden bleiben und jede einzelne Sekunde genießen. Denn jeden Moment kann alles vorbei sein.

Mykell: Ich nutze alle meine Plattformen für ein und dieselbe Message: Sei ein positiver Mensch und leg damit den Grundstein für alles, was du im Leben tust. Das Leben ist hart – das darf man nicht leugnen. Wir können zwar viele Ereignisse nicht kontrollieren, aber wir können unsere Einstellung und wie wir mit Problemen umgehen beeinflussen.

Ihr habt im letzten Jahr Justin Bieber bei über 150 Tourstopps begleitet, gebt gerade Tanz-Workshops in Europa, dreht eine Dokumentation mit SNIPES und arbeitet nebenbei noch an vielen anderen Projekten. Wie schafft ihr das alles parallel? Woher nehmt ihr die Kraft?

Mykell: Auch ich werde müde und vor allem nach der Tour war ich sehr erschöpft. Ich habe einfach gemerkt, dass meine Entscheidungen nicht so klar und eindeutig waren, wie ich es von mir gewohnt bin. Also habe ich mich dazu gezwungen, mich auszuruhen. Ich habe mich wirklich ein, zwei Wochen bewusst ausgeruht. Es ist ein Riesenunterschied, ob man sich ausruht oder einfach nur faul ist. Ich musste einmal durchatmen und wieder neue Energie tanken.

Johnny: Ich kann einfach nicht stehen bleiben. Seitdem ich denken kann, hat es mich immer auf die Bühne gezogen. Wenn ich eine Pause vom Touren habe, suche ich direkt die nächste Herausforderung. Im Moment nutze ich die Zeit hauptsächlich für meine Musik. Gerade habe ich mein Album Preseason veröffentlicht. Ich mache vielleicht mal eine kurze Pause als Tänzer, aber ich arbeite permanent weiter an meiner Karriere.

Ihr seid beide nicht nur Tänzer. Worin unterscheidet sich Musik machen oder Schreiben von euren sonstigen Projekten? Geht ihr da anders heran? Habt ihr andere Inspirationsquellen als beim Tanzen?

Mykell: Ich sehe alles, was ich tue, als Teil eines großen Ganzen. Jedes meiner Talente bringt mir ein anderes Publikum. Ich blogge viel und habe vergangenes Jahr mein erstes Buch veröffentlicht. Viele Leute kennen mich als Autor, aber wissen nicht, dass ich auch tanze. Viele Leute sehen mich auf der Bühne tanzen und wissen nicht, dass ich auch singe. Ich gehe alles mit der gleichen Motivation und Leidenschaft an. Für mich unterscheidet sich nur die Art, wie ich mich ausdrücke.

Johnny: Bei mir ist das sehr ähnlich. Alles ist eine Möglichkeit, mich auszudrücken. Ob ich es jetzt mit Worten oder Bewegungen tue, macht keinen großen Unterschied. Aber egal, was ich mache, ich liebe den Hustle. Und ich liebe es, mich an die Spitze zu kämpfen! Dafür lebe ich!

Lasst uns über die Purpose-World Tour reden. Wie habt ihr die Tour für euch als Tänzer erlebt?

Johnny: Die Energie war unbeschreiblich. Wir hatten ein großartiges Team. Justin, die anderen Tänzer, die Choreographen, die Band, sogar die Techniker – jeder hat sein Bestes gegeben. Justin hat die größte und loyalste Fanbase, die ich jemals gesehen habe. Ich rede hier von Michael-Jackson-Level! Und einige seiner Fans unterstützen uns jetzt auch bei unseren Projekten. Justin ist der talentierteste Künstler, mit dem ich jemals gearbeitet habe, und wir haben auch abseits der Bühne genug erlebt, dass ich sagen kann, ich bin stolz, ihn zu meinen Freunden zu zählen.

Wenn ihr einen Tourstopp wählen müsstet: Welche Stadt bleibt euch am meisten in Erinnerung?

Mykell: Das ist schwer. Jeder Ort hat was Besonderes, aber wenn ich mich für einen Stopp entscheiden müsste, dann wäre es Kapstadt in Südafrika. Die Leute und die Atmosphäre waren atemberaubend. Überall, wo wir dort unterwegs waren, hat man die Freude am Leben gespürt. Du gehst in den Supermarkt und siehst wie Leute auf der Arbeit singen und tanzen. Das war magisch.

Was läuft bei euch nach der Show? Chillen oder Afterparty?

Johnny: Es kommt drauf an. Meistens sind wir, nachdem wir zwei Stunden durchgetanzt haben, ziemlich fertig. Man braucht auf jeden Fall erstmal eine Pause. Aber wenn man am nächsten Tag keine Show hat und nicht früh raus muss, dann geht’s schon mal in den Club …

Und dann wird getanzt oder überlasst ihr im Club das Spotlight lieber den anderen?

Mykell: Wenn ich in den Club gehe, dann wird auch getanzt (lacht). Ich habe kein Problem damit, dass ich ein großartiger Tänzer bin. Damit will ich auch niemandem zeigen, dass er nicht tanzen kann, aber sobald ich Musik höre, muss ich einfach meine Skills zeigen.

Das klingt auf jeden Fall nachvollziehbar. Letzte Frage: Was würdet ihr einem jungen, aufstrebendem Tänzer raten, der es ganz nach oben schaffen will?

Mykell: Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen, dass es trotz aller Passion ein Job ist. Es zählt nicht nur, ob du tanzen kannst oder nicht. Mindestens genauso wichtig ist, dass du professionell und zuverlässig bist und auf deine Gesundheit achtest.

Johnny: Genau. Wir Tänzer sind Athleten. Das darf man nicht vergessen. Wir müssen das Richtige essen, das Richtige trinken und richtig trainieren. Ein Tänzer muss vor einem Auftritt genauso fit sein wie ein Basketballer vor einem wichtigen Spiel.

Mykell: Man darf außerdem nie stehen bleiben und muss ständig danach streben, besser zu werden. Erfolg sollte nie ein Zeichen dafür sein, dass man besser geworden ist. Du kriegst größere Aufträge und Möglichkeiten, weil du bis dahin hart gearbeitet hast. Doch genau, wenn du diese Chancen hast, musst du noch härter an dir arbeiten. Wenn du dich an dieses Prinzip hältst, gibt es keine Grenzen.

 

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