GoldLink – Paid The Cost [Interview]

Wenn ich ein authentisches Album über Zebras machen möchte, muss ich zwangsläufig mit den Zebras leben. In meiner Heimatstadt hab’ ich die echteste Version von mir selbst gefunden.

GoldLink Interview SNIPES BlogAls GoldLink 2015 als Teil der XXL Freshman Class ausgewählt wurde, bestanden noch Zweifel: Inwiefern kann der Junge aus der US-Hauptstadt mit dem Hype der anderen Acts wie Fetty Wap, Kidd Kidd oder Dej Loaf mithalten? Drei Jahre später löst sich jegliche Skepsis in Schall und Rauch auf. Denn GoldLink hat einen beeindruckenden Lauf hingelegt: Kurz nach der Freshman Class angelt sich Produzentenlegende Rick Rubin den Rapper, um sein Projekt zu dirigieren. Letztes Jahr legt er dann mit At What Cost? nach – eine Platinsingle und Grammy-Nominierung inklusive. Der mittlerweile 24-Jährige ist ein Vollblutkünstler  und keine Eintagsfliege. Das macht GoldLink sehr deutlich, als wir ihn kurz vor seinem Konzert zum Interview treffen.

Dein Leben hat sich seit dem letztem Jahr um 180 Grad gedreht. Was ist der größte Unterschied?
Alles hat sich verändert, musikalisch sowie persönlich. Obwohl natürlich Platinauszeichnungen und die Einladung zu den Grammys ganz besondere Dinge sind, muss ich etwas aus dem Privatleben nennen: Vor einem Jahr war ich noch nicht Vater! (lacht) So einfach ist das, da gab es noch kein Baby.

Du bist erst viele Monate nach dem Release von At What Cost? auf weltweite Tour gegangen. Das zeigt, wie zeitlos das  Album ist. Wie froh bist du darüber?
Oh, extrem glücklich! Bei meinen ersten zwei Projekten hatte ich durchaus Probleme damit. Damals hatte ich das Gefühl, ich müsste mich thematisch und soundtechnisch auf was ganz Bestimmtes festlegen und habe mich dadurch zu sehr eingeschränkt. Auf At What Cost? merkt man ganz deutlich, dass ich mich freier gemacht habe. Plötzlich funktioniert alles besser. Man ist als Mensch sehr facettenreich und das sollte eine Platte auch so widerspiegeln.

GoldLink Interview SNIPES BlogWas war anders beim Album als bei deinen Mixtapes? Hast du detailverliebter gearbeitet?
Ich sehe At What Cost? gar nicht als Album. Es ist ein Debüt … irgendwas. (lacht) Für mich sind es alles Projekte, aber die Labels wollen nun mal solche Bezeichnungen dafür. Der Schlüssel zum Erfolg war, mich selbst besser kennenzulernen. Daher habe ich mich dazu entschlossen, in Washington zu bleiben, um den Vibe der Stadt einzufangen. Für die Produktion hab’ ich die Stadt kein einziges Mal verlassen. Schau mal, wenn ich ein authentisches Album über Zebras machen möchte, muss ich zwangsläufig mit den Zebras leben. In meiner Heimatstadt hab’ ich die echteste Version von mir selbst gefunden.

Wie war es, mit Produzenten wie Kaytranada zu arbeiten? Er überrascht einen Rapper oft mit seinen Beats, oder?
Ich glaube, Kaytranada liebt es zunächst mal am meisten, sich selbst herauszufordern. Er hat noch nie den gleichen Beat zweimal produziert. Ihm gefiel es übrigens sehr, dass ich die außergewöhnlichsten Beats gepickt hab. „Die nimmt sonst niemand!“ (lacht) Vielleicht habe ich ihn ja mehr überrascht als er mich. Wir passen gut zusammen!

Außerdem hast du Mya auf dem Album. Woher kam der Gedanke, einen so gestandenen R&B-Act aufs Projekt zu nehmen?
Sie ist auch aus Washington, D.C. – das war ein logischer Schritt. Ich bin überglücklich gewesen, als ich die Zusage bekommen hab’. Und ich muss zugeben, es war extrem angenehm, mit ihr zu arbeiten. Sie hat ja schon alles durchgemacht: die Zahlen, die Preise, die roten Teppiche. Jetzt macht sie Musik ausschließlich zu ihrer vollsten Zufriedenheit und ohne Kompromisse. Das spürt man in dem Song.

GoldLink Interview SNIPES BlogWie man auf Instagram sehen kann, triffst du ständig eine Menge interessanter Menschen. Wie war das Treffen mit Gucci Mane beispielsweise?
Gucci Mane ist der authentischste Typ, den man kennenlernen kann! Er ist haargenau das, was man von ihm erwarten würde. Deswegen liebt die Industrie ihn so sehr. Da gibt es keine Fassade oder Maskerade. Wenn ich ihn jetzt im Internet verfolge, muss ich bei jedem Foto schmunzeln, weil ich genau weiß, dass er immer so drauf ist … (lacht)

Interview: Aria Nejati

SPRICH MIT UNS

Please enter your comment!
Please enter your name here