Go Big or Go Home! – Justin Sommer Interview 2.0

In seinem Debut beim internationalen Tampa AM Contest 2016, hat SNIPES Family Member Justin Sommer bei allen Zuschauern, potentiellen Sponsoren und dem restlichen Fahrerfeld einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Justin Sommer SNIPESKurze Zeit später kamen die ersten Anfragen und Justin konnte sich neue Deals ergattern, die ihm unter anderem Boards vom legendären US Skateboard Brand Santa Cruz sicherten. Eineinhalb Jahre sind seit dem Wettbewerb vergangen und Justin arbeitet stetig an neuen Projekten. Wir haben ihn in seiner neuen Wahlheimat besucht und zur aktuellen Stand der Dinge befragt.  

Hi Justin. Seit deinem letzten Interview im SNIPES Mag sind nun ein paar Tage vergangen. Deine Zahnspange ist raus, du bist nach europäischen Standards volljährig und bist von Berlin nach Barcelona gezogen. Wie sieht mittlerweile dein Alltag aus?
Mein aktueller Alltag sieht in letzter Zeit folgendermaßen aus: Ich stelle mir meistens einen Wecker auf 9:30 oder 10:00 Uhr. Dann mach ich mich fertig und frühstücke ein bisschen, wenn ich noch Zeit habe. Gegen 11 treffe ich mich dann in der Regel mit Ludi (Dennis Ludwig, Skate-Filmer) am Spot Universitat. Das ist meistens der Treffpunkt, von wo aus wir auf „Filming Missions“ los ziehen. Sobald alle da sind, geht’s los!

Wir ziehen von dort aus durch alle möglichen Viertel der Stadt. Wir steuern gezielt Spots zum Filmen an, die wir selbst schon kennen oder von anderen Skatern gezeigt bekommen haben. Manchmal entdecken wir auch spontan neue fotogene skatebare Ecken. Dort versuchen wir dann Tricks für unsere Videoprojekte zu filmen, filmen mal was für Instagram oder haben einfach nur eine gute Zeit zusammen.

Nachdem die Tricks im Kasten sind (oder auch mal nicht), gehen wir dann wieder zurück ins Zentrum und essen noch was zusammen. Die Abende klingen dann meistens am MACBA (bekanntester Skate Spot in Barcelona) aus.

Justin Sommer SNIPESWie unterscheidet sich das Leben in Spanien von dem in Deutschland?
Die meisten Menschen in Spanien sind auf jeden Fall entspannter. Das Leben fühlt sich langsamer an und die Leute fangen zum Beispiel auch später an zu arbeiten. Dadurch habe ich den Eindruck, dass andere Vibes auf der Straße herrschen.

Die Leute hier sind auch einfach viel offener. Wenn du hier einen Fremden ansprichst, guckt er dich nicht blöd an und denkt sich „Was will der denn von mir?“ Das Wetter ist auch fast ganzjährig sehr gut. Im Winter sind es in Barcelona immer noch um die 15 – 20 Grad Celsius und es gibt 300 Sonnentage im Jahr. Das heißt für mich mehr Skaten und allgemein bessere Vibes, als in Berlin.

Was macht Barcelona für dich zu der weltbekannten Skateboard-Metropole, die sie ist?
Für mich ist es einfach die Kombination aus der riesen Skateszene, dem MACBA, der skatefreundlichen Architektur, dem guten Wetter, dem Mittelmeer vor der Tür und dem günstigen Wohnen.

Hast du eine feste Crew, mit der du täglich unterwegs bist?
Meine Crew hier verändert sich gefühlt alle 3 Wochen, weil immer jemand neues in die Stadt kommt. Das bringt gut Abwechslung und neue Motivation. Hier gibt es auch mittlerweile einen relativ großen Kreis von Deutschen, die hier wohnen. Da kommt mit der Zeit jeder Mal mit auf Mission mit uns.

Justin, an welchen Projekten arbeitest du aktuell genau?
Aktuell arbeite ich noch zu 100% mit Dennis an meinem Santa Cruz AM-Announcement-Part .

Was kann man sich unter dem AM Status auf einem amerikanischen Skateboard Brand wie Santa Cruz vorstellen? Ist es so als würde man offiziell in den Kader eines NBA Teams aufgenommen werden?
NBA?! Ja klar, hier flattern die Paychecks nur so rein. Ich weiß gar nicht mehr wohin mit all dem Geld.

Nein, Spaß bei Seite. Ich bin sehr happy über diesen Schritt in meiner Karriere, wenn man das so nennen möchte. Das war noch ein absoluter Traum vor ein paar Jahren. Die Chance offiziell Amateur auf einer amerikanischen Board Company zu werden, erhalten nur sehr wenige Europäer. Ziel ist es dann irgendwann mal Pro zu werden und den eigenen Namen auf einem Board stehen zu sehen.

Ich bin jetzt 19 und mehr als froh darüber, dass alles so geklappt hat. Nochmal ein riesen Dankeschön an Mark Nickels, Santa Cruz und SNIPES an dieser Stelle.

Wie sieht es mit der Musik für dein THRASHER AM-Announcement aus? Hast du einen Lieblings-Track, auf den dein Material geschnitten werden soll?
Ich bevorzuge für meinen Part Hip Hop Musik, da Hip Hop Songs einfach am besten zu meinem Skaten passen. Einen speziellen Songwunsch habe ich bisher nicht. Man merkt am besten im Schnitt was gut mit den Aufnahmen harmoniert und was nicht.

Dein Skaten ist sehr wettbewerbsorientiert. Damit meine ich, dass du gerne Contests fährst und du dich auch auf der Straße, an den fetten Spots misst, an die sich sonst kaum ein anderer Skater auf der Welt herantraut. Woher meinst du kommt diese Ader?
Ich glaube ich hatte schon immer diese Ader in mir. Das war schon früher beim Fußball so. Ich bin nicht im besten Umfeld aufgewachsen und war früh auf mich allein gestellt. So habe ich früh gelernt mich durchzusetzen und gegen andere zu behaupten. Das hat sich dann auch auf mein Skaten übertragen. Ich sehe es so, dass viele andere Skater mit wohlhabenderem Hintergrund sag ich jetzt mal, mit weniger Biss an die Sache gehen und sich dadurch einigen Herausforderungen nicht so stellen, wie ich es tue.

Skaten sehe ich als sehr gute Chance für mich, die ich nutzen will, um das Beste aus meiner Ausgangssituation zu machen.

Wie lange meinst du macht dein Körper das mit? Das ist ja schon nicht ohne, sich regelmäßig in solche Schluchten zu stürzen. Oder alles Trainingssache?
Ich denke mal das hat viel mit der Ernährung zu tun und ob man Ausgleichssport macht. Wenn man sich fit hält und dabei bleibt, denke ich schon, dass man das noch einige Jahre machen kann. Es gibt ja genug lebende Beispiele dafür.

Du warst Anfang des Jahres in Kalifornien. Kannst du dir vorstellen von Barcelona nach LA zu ziehen? Also dort hin wo die großen Skateboard Brands sitzen? Oder lässt du erst mal auf dich zukommen was nach dem Release deiner Video Parts passiert?
Wenn ich die Wahl habe, würde ich erst mal in Barcelona bleiben. Ich finde es in Los Angeles schon ganz gut, aber es ist nicht so 100%-ig meins. Mir würden diese zentralen Hangout-Plazas wie das MACBA fehlen. Dort kann ich einfach mal hin pushen und entspannt mit den Homies abhängen und ein Bierchen trinken.

Justin, wann können wir mit den Video-Projekten rechnen, an denen du zurzeit arbeitest? Wo gibt’s bald was zu sehen?
Der Santa Cruz Part kommt dieses Jahr noch raus, Anfang Juli sollte es hier was zu sehen geben. Als nächstes hab ich vor einen Part fürs Transworld Magazine zu filmen, das ist aber alles noch nicht sicher.

Fotos: Adrian Rios
Interview: Stefan Isbrecht

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