Damso – Charged Up! [Feature]

Als das Openair Frauenfeld Ende Juni verkündete, dass Damso einen freigewordenen Slot auffüllen würde, war die Begeisterung groß.

Der Belgier hatte nämlich zu dieser Zeit mit seinem Debütalbum Batterie Faible bereits Goldstatus erreicht und mit dem Nachfolger Ipséité einen draufgesetzt: Das Release ging Platin und wurde auf Spotify innerhalb des ersten Monats über 100 Millionen Mal gestreamt. Beeindruckende Zahlen für einen 25 Jahre alten Rapper und gewichtige Argumente, sich intensiver mit Damso auseinanderzusetzen.

Damso findet zwar erst seit zwei Jahren auf dem öffentlichen Radar des Hip-Hop-Games statt, macht allerdings bereits seit seiner Jugend Musik und gründete 2006 gemeinsam mit einem Freund die­ OPG-Crew. Wie es bei den meisten Rappern so ist, kam der Erfolg nicht von heute auf morgen. Damso experimentierte einige Jahre herum und machte Musik, die kaum Resonanz in der Öffentlichkeit erfuhr.

2014 ging es dann Schlag auf Schlag. Er veröffentlichte ein kostenfreies Mixtape mit dem Namen Salle d`attente und die Szene wurde hellhörig. Als Booba 2015 ein Mixtape veröffentlichte, war Damso mit dem Track Poséidon am Start und überzeugte Booba so sehr, dass er ihm ein Feature auf dem Album Nero Nemesis anbot. Da ließ sich Damso nicht zweimal bitten und sagte zu.

An der Seite von Booba und Bato da Gato rasierte der junge Belgier auf dem Track Pinocchio und stand wenige Tage später vor über 20.000 Leuten als Support-Act bei Boobas Release-Konzert auf der Bühne. Es hätte sicherlich Künstler gegeben, die angesichts dieser rasanten Entwicklung technisch noch nicht auf dem Level gewesen wären, vor 20.000 Leuten den Turn-Up perfekt zu machen.

Für Damso offenbar kein Problem. Für Booba schien es jedenfalls ein logischer Schritt zu sein, den jungen Künstler auf seinem Label 92i zu signen, das er später bei Universal andockte. Der Rest ist Geschichte: Gold, Platin und Spotify-Takeover. You already know.

Damsos Erfolgsrezept sind extrem eingängige Sounds, die melodisch klingen, ohne poppig zu wirken

Doch wer ist der Mensch hinter dem Künstler? William Kalubi – so lautet sein bürgerlicher Name – wurde 1992 in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, geboren. Als Damso neun Jahre alt war, flohen seine Eltern mit ihm nach Brüssel, wo er seitdem lebt.

Diese mitunter harte Kindheit hat Damso hinter sich gelassen. Heute rappt er auf dem Opener-Track seines Ende April releasten Albums Ipséite über seinen Werdegang. Nwaar is the new Black heißt das Stück. „Nwaar“ steht für das französische „noir“: „Schwarz ist das neue Schwarz“ heißt der Song also, in dem die Geschichte von Damsos rasantem Aufstieg auf Beats gepackt wurde. Generell sind Damsos Texte direkt, düster und hart, kommen jedoch auf smoothen, eingängigen Melodien daher.

Dieses scheinbar widersprüchliche Miteinander funktioniert und Damso scheint die stilistischen Widersprüche seiner Musik als Markenzeichen seiner Kunst zu begreifen. Ein anderer Beweis dafür: Die erste Singleauskopplung seines aktuellen Albums. J Respect R heißt sie. Damso rappt darüber, dass er eben nichts und niemanden respektiert – harter Text, ruhiger Beat.

Es fällt schwer, Damsos Sound in eine der bekannten Schubladen zu packen. Er vermischt Einflüsse aus dem Cloud-Rap oder Trap mit harten Lyrics und melodischen Beats. Damsos Erfolgsrezept sind extrem eingängige Sounds, die melodisch klingen, ohne poppig zu wirken. Der Belgier rappt am Zahn der Zeit, bedient dabei aber auch Elemente des Oldschool-Raps. Der Junge macht aktuell fast alles richtig. Seine ersten beiden Alben haben nachhaltigen Eindruck in der Szene hinterlassen.

Das Game wartet gespannt auf neues Zeug vom Brüsseler. Bis dahin solltest du dich mit seinem bisherigen Werk vertraut machen.

Link: Damso auf Facebook.

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